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Von der Pille zur hormonfreien Verhütung

Die Pille ist auf dem Prüfstand. Immer mehr Frauen beginnen das hormonelle Medikament, das sie täglich zur Verhütung einnehmen, zu hinterfragen. Ist die Pille mit einem gesunden Lebensstil zu vereinbaren? Was bewirkt eine hormonelle Verhütung im Körper überhaupt und welche guten, hormonfreien Verhütungsmethoden gibt es?

Laura ist angehende Heilpraktikerin und widmet sich auf ihrem Blog der ganzheitlichen Frauenheilkunde. Es freut mich sehr, dass ich sie für diesen Gastbeitrag zur hormonellen und hormonfreien Verhütung gewinnen konnte.

Inhaltsverzeichnis

Von der Pille zur hormonfreien Verhütung

1) Die Pille

Vorweg möchte ich sagen, dass ich niemandem von der Pille „abrate“. Vielmehr möchte ich dir einen Einblick in das wundersame Räderwerk des weiblichen Körpers vermitteln, damit du eigenständige und selbstbewusste Entscheidungen für deine Gesundheit und Familienplanung treffen kannst. 

So wirkt die Pille im Körper

Die meisten Pillenpräparate enthalten Östrogene und Gestagene. Diese künstlichen, im Labor hergestellten, Medikamente besetzen die Hormonrezeptoren in unserem Körper, obwohl sie überhaupt nicht die gleiche Wirkung haben wie körpereigene Hormone.

Die oberste Hormon-Steuerzentrale im Gehirn, die Hypophyse, bekommt nun gemeldet: „Körper, du brauchst keine Sexualhormone mehr zu produzieren, alle Rezeptoren sind bereits besetzt.“ Also wird die Produktion unser körpereigenen Hormone LH, FSH, Östrogen und Progesteron extrem stark reduziert.  Damit wird bedauerlicherweise der weibliche Zyklus vollständig auf Eis gelegt. Das hat elementare Folgen, die von den Herstellern der Pille genauso gewollt sind. Denn die folgenden Faktoren garantieren die Verhütungssicherheit:

  • Der Einsprung wird unterdrückt. Das heißt eine Frau, die die Pille nimmt, hat keinen Einsprung während der Einnahme.
  • Der Zervixschleim im Gebärmutterhalskanal verändert sich, sodass die Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können.
  • Die Gebärmutterschleimhaut, die zur Einnistung einer befruchteten Eizelle notwendig ist, wird gar nicht erst aufgebaut.
  • All dies sind essentiellen Vorgänge, die dich als Frauen eigentlich ausmachen und diese werden mit der Pille unterdrückt. Es ist verständlich, dass unser hochintelligenter Körper gegensteuert. Mehr dazu im folgenden Absatz.

Pro & Contra der Pille

Die Pille ist gerade in jungen Jahren, wenn das Thema Sex relevant wird, für viele die einzige Alternative zur Verhütung. Auch die meisten Frauenärzte raten nach wie vor standardmäßig zur Pille, ohne überhaupt Alternativen aufzuzeigen. Ich denke, dass dies hauptsächlich an den folgenden zwei Vorteilen der Pille liegt:

  • Die Pille gilt als sehr sicher
  • Die Pille ist sehr einfach in der Anwendung

Vor allem der „Sicherheitsaspekt“ ist für viele (auch für die Eltern) entscheidend. Mit einem Pearl-Index zwischen 0,1 – 0,9 ist die Pille eine sehr sichere Verhütungsmethode. Übersetzt bedeutet das übrigens, das von 100 Frauen trotz Pilleneinnahme nur 0,1 – 0,9 Frauen schwanger werden.

Wie bereits oben angedeutet, hat die Einnahme der Pille Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Diese Nachteile der Pille sind für viele weniger offensichtlich und werden leider zu selten thematisiert. Und das obwohl die Pille, im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden, nicht nebenwirkungsfrei ist.

Nebenwirkungen der Pille

Zu den Nebenwirkungen der Pille können u.a. folgende Punkte zählen:

  • Gewichtszunahme
  • sexuelle Lustlosigkeit
  • Zwischenblutungen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressive Verstimmungen
  • Auswirkungen auf Herz und Kreislauf
  • Thromboserisiko
  • Blutdruckveränderungen

Die Pille verändert den natürlichen Zyklus der Frau, in dem sie in den Hormonhaushalt eingreift. Es kann daher in einigen Fällen lange Zeit dauern, bis sich der Hormonhaushalt nach Absetzen der Pille reguliert hat.

2) Hormonelle Verhütungsmethoden neben der Pille

Neben der Pille gibt es weitere hormonelle Verhütungsmethoden, die – ähnlich wie die Pille – wirken. Daher möchte ich nur kurz einige nennen:

  • Hormonspirale
  • Hormonpflaster
  • Vaginalring
  • Drei-Monatsspritze
  • Hormonimplantat

Auch diese hormonellen Verhütungsmethoden greifen in den weiblichen Hormonhaushalt ein und können damit auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachen.

Unser weiblicher Körper ist ein ausgeklügeltes System, das uns in jedem Zyklus Zeichen gibt, damit wir feststellen können, wann wir fruchtbar sind und wann nicht. Aus meiner Sicht gibt es ich keinen erkennbaren Grund, warum eine gesunde Frau sich diesen Hormoncocktail zuführen sollte.

Sofern wir bereit sind, diese Zeichen zu verstehen, steht einer hormonfreien Verhütung nichts im Wege.


Folgende Grafik von Apotheken Umschau verdeutlicht den normalen Zyklus, der ohne Einname von hormonellen Verhütungsmitteln stattfindet:

3) Warum du hormonfrei verhüten solltest

Wie wichtig eine gesunde Ernährung ist, muss ich auf Lisa´s Blog ganz klar nicht betonen. Du legst bestimmt Wert auf cleane, hochwertige Nahrungsmittel, die dich mit ausreicht Energie versorgen. Doch achtest du auch darauf, was du deinem Körper sonst noch zuführst, sei es oral oder über die Haut?

Ich habe zu Beginn die Pille als „Medikament“ bezeichnet, denn das ist sie. Ein Hormoncocktail, den wir uns manchmal jahrelang, ohne viel darüber nachzudenken, täglich zu Gemüte führen. Die Pille ist ein im Labor hergestelltes Medikament, das unserem Körper einen Zyklus „vorgaukeln“. Die Blutung, die in der Pillenpause einsetzt, ist übrigens nur eine Abbruchblutung. Die Pharmaindustrie baut diese ein, damit uns ein Pillenzyklus „normal“ vorkommt.

Nur Frauen, die hormonfrei verhüten, haben eine richtige Periode.

Für mich hat sich alles geändert als ich vor vielen Jahren die Pille abgesetzt habe. Ich kann dir gar nicht sagen wie großartig ich es finde, wieder einen Zyklus zu haben, den Eisprung zu spüren, zu wissen wann ich fruchtbar bin. Man kommt seinem Körper so viel näher und empfindet mehr Verständnis für die eigenen Stimmungslagen während der unterschiedlichen Zyklusphasen.

Der weibliche Zyklus ist in meinen Augen ein großes Geschenk, das man hegen und pflegen sollte.

4) Hormonfreie Verhütungsmethoden im Überblick

Es gibt Verhütungsmethoden, die fast alle nebenwirkungsfrei, oft kostenlos und dazu auch noch sicher sind.

Bei NFP wird zum Beispiel mittels der Körpertemperatur und dem Zervixschleim (Schleim, der im Gebärmutterhals gebildet wird) der Einsprung bestimmt und so vorhergesagt, wann die fruchtbaren Tage im Zyklus sind.

Verhütung ist intim und dazu individuell, so wie unsere Persönlichkeit. Daher kommt die NFP Methode womöglich für dich nicht in Frage. Es kommt auch immer darauf an, in welcher Lebensphase du dich gerade befindest. Daher möchte ich dir im Folgenden ein Überblick über weitere hormonfreie Alternativen geben.

Symptothermale Methode

Das Prinzip der symptothermalen Methode besteht darin, dass das fruchtbare Zeitfenster (5-7 Tage pro Zyklus) ausfindig gemacht wird. Nur in dieser Zeit ist eine Befruchtung möglich. Um diesen Zeitraum möglichst genau zu bestimmen, werden die wichtigsten Körperzeichen (sympto-), wie Zervixschleim und/oder Muttermundbeschaffenheit, und die Körpertemperatur (-thermal) kombiniert. Daher auch der Name. Diese Daten werden in ein handschriftliches Zyklusblatt oder in eine App eingetragen. Während des fruchtbaren Zeitfensters muss zusätzlich verhütet werden. Davor und danach kann ohne zusätzliches Verhütungsmittel Sex stattfinden.

Verhütung mit Kupfer

Diese hormonefreie Verhütungsmethode ist eine Ausnahme! Sie ist weder nebenwirkungsfrei noch kostenlos. Bei der Verhütung mit Kupfer töten die Kupferionen die Spermien ab und verhindern so die Befruchtung. Aktuell gibt es ca. 9 verschiedene Formen der Kupferspirale auf dem Markt. Neben der klassischen T-Form mit kleinen “Ärmchen” rechts und links, gibt es sie z.B. auch in Regenschirmform, als Kupferkette oder auch als Kupferball. Die meisten gibt es in jeweils mehreren Größen. Sechs dieser Spiralen sind für Frauen ohne Kinder gedacht. Drei davon sind für Frauen, die schon Kinder geboren haben.

Folgende Nebenwirkung können auftreten:

  • Entzündungen der Gebärmutter, Eierstöcke, Blase, Darm und anderen umliegend Organen
  • Starke PMS & Regelschmerzen
  • Starke Periodenblutung

Informieren dich am besten bei deinem Frauenarzt über die möglichen Risiken!

Temperaturmethode

Der holländische Gynäkologe Dr. Van de Velde hat zum ersten Mal beobachtet, dass sich die Basaltemperatur während eines Zyklus verändert. Diese Entdeckung ermöglichte es erstmals festzustellen, wann ein Eisprung stattfindet. 1950 wurde das erste Regelwerk der Temperaturmethode, die „Döring-Regeln“, veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um eine Einzelsymptom-Methode, die bis heute bei sehr strikter Einhaltung der Regeln und exakter Messung als sehr sicher gilt.

Ovularing

Hightech in der Vagina würde ich sagen. Der Ovularing basiert auf der Temperaturmethode. Es ist Ring mit einem Sensor, der in die Vagina eingeführt wird. Der Biosensor zeichnet automatisch und rund um die Uhr deine Körpertemperatur auf. Medizinische Algorithmen werten die gesammelten Daten aus und erkennen deine individuelles Zyklus- und Fruchtbarkeitsmuster. So findet das System heraus, ob und wann du Eisprünge hast. Damit zeigt dir der Ovularing deine tagesaktuelle Empfängniswahrscheinlichkeit in Echtzeit und eine Prognose für den Eisprung im Folgezyklus. Das Besondere am Ovularing ist, dass dieser auch bei Frauen mit einem unregelmäßigem Zyklus funktioniert.

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Zykluscomputer

Es gibt unterschiedliche Zykluscomputer, die nach unterschiedlichen Algorithmen auswerten. Einige werten bspw. nach der symptothermalen Methode aus. Bei einigen Computern ist ein Thermometer adaptiert, dass nach der Messung der Basaltemperatur diese Informationen automatisch verarbeitet. Dafür benötigt das Gerät Informationen zu der Basaltemperatur, die Beschaffenheit des Zervisschleims und die Tage der Regelblutung. Anhand dieser Faktoren bestimmt der Computer die fruchtbaren Tage im Zyklus. Zusätzlich zu diesen Parametern müssen mögliche Störfaktoren zuverlässig angegeben werden.

Diaphragma

Das Diaphragma ist eine Barrieremethode für die Frau, die ein Zusammentreffen zwischen Samenzelle und Eizellen verhindert. Es bedeckt den Muttermund und wird ganz einfach eingeführt wie ein Tampon. Man spürt es danach nicht mehr. Ein weiterer Vorteil ist, dass es mehrere Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden kann und somit nicht die womöglich romantische Stimmung zerstört. Das Diaphragma gibt es in unterschiedlichen Größe und von unterschiedlichen Herstellern. Eine Kontrolle der richtigen Passform durch einen Frauenarzt würde ich empfehlen.

Bluetooth-Thermometer

Das Neuste auf dem Markt ist aktuell das Bluetooth-Thermometer, das in Verbindung mit einer App funktioniert. Dieser wurde entwickelt, um die natürliche Verhütung so einfach wie möglich zu machen. Mit den Thermometern misst man die morgendliche Temperatur ohne Aufwand und überträgt sie kabellos in die App. In dieser App erkennt man, nach der Auswertung der medizinischen Algorithmen, die fruchtbaren Tage. Diese Methode ist an die symptothermale Methode angelehnt, weil die App zusätzlich zur Basaltemperatur eine Eingabe für die Beschaffenheit des Zervixschleims und die Eingabe der Menstruation benötigt.

Kondom

Das Kondom kennt fast jeder. Es ist auch eine mechanische Barriere, die den Samenerguss des Mannes auffängt. Als einzige Verhütungsmethode bietet das Kondom einen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Daher auch ein all-time-Favorit.

Kalendermethode

Die Kalendermethode ist eine der unsichersten Methoden. Man geht davon aus, dass ein Zyklus im Schnitt ca. 28 Tage dauert und ein Eisprung irgendwann in der Zyklusmitte stattfindet. Demnach werden einfach die Tage gezählt. Hat man einen 28-tägigen Zyklus, verhütet man also um den 14. Tag herum zusätzlich. Diese Methode kann ich absolut nicht empfehlen, da sie sehr ungenau ist.

5) Fazit zur hormonellen und hormonfreien Verhütung

Es ist dein Körper, du entscheidest, welche Verhütungsmethode für dich zu diesem Zeitpunkt die Richtige ist. Ob Pille, Kondom oder Ovularing, finde heraus, was für dich und deine Lebenssituation  passt. Ich möchte mit diesem Artikel lediglich ganzheitliche Gesundheitsinformationen zur Verfügung stellen. Denn mir liegt es am Herzen, dass du auf dieser Basis eine informierte und eigenständige Entscheidungen für die Erhaltung deiner Gesundheit und für deine Familienplanung treffen kannst.

Über die Autorin Laura

Von der Pille zur hormonfreien Verhütung

Laura ist angehende Heilpraktikerin für Frauenheilkunde. Sie stellt Frauen auf Instagram und auf ihrem Blog ganzheitliche und ausführliche Gesundheitsinformationen rund um den weiblichen Hormonhaushalt, Zyklus und hormonfreie Verhütung zur Verfügung. Ihr liegt dieses Thema am Herzen, weil das Wissen über den weiblichen Hormonhaushalt und Körper es dir ermöglicht eigenständige und informierte Entscheidungen für die Erhaltung deiner Gesundheit und in der Familienplanung zu treffen. Mach dich nicht abhängig – entscheide selbst!

Mehr zu Laura und ihrem Blog erfährst du auf:

Von der Pille zur hormonfreien Verhütung
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Disclaimer

Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information über gesundheitliche Themen. Sie können und sollen in keinem Fall die ärztliche Beratung, Diagnose und Behandlung ersetzen. Solltest Du an einer Krankheit leiden, besprich bitte jeden Rat mit deinem Arzt oder Heilpraktiker. Ich darf weder diagnostizieren, noch behandeln. Ich bin kein Arzt oder Heilpraktiker. Diese Webseite gibt lediglich meine Erfahrungen und meine Meinungen wieder. Du solltest die hier bereitgestellten Informationen niemals als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen nutzen.

Quellen

Dr. Claudia Linemayr-Wagner, M. A. (5. Mai 2019). www.gesundheit.gv.at. https://www.gesundheit.gv.at/leben/sexualitaet/verhuetung/verhuetungsmittel/hormonelle-verhuetung/pille abgerufen

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